Saison
40-Kilometer-Distanz soll auf dem Parkett nicht spürbar sein
13.09.2017 - 21:36



Von Thomas Kaufmann
erschienen am 02.09.2017

Weil es für eigenständige Mannschaften nicht reicht, treten die Handballer des FSV Rittersgrün und des TSV Burkhardtsdorf nun gemeinsam an - zunächst für eine Spielzeit.

Burkhardtsdorf/Rittersgrün. Eine Entfernung von gut 40 Kilometern zeigt der Internet-Routenplaner für die Strecke von Rittersgrün nach Burkhardtsdorf an. Für Hin- und Rückweg macht das also locker mehr als 80 Kilometer Weg und anderthalb Stunden Fahrzeit. Und doch nehmen die Handballer des FSV Rittersgrün und des TSV Burkhardtsdorf das Pendeln in Kauf.

"Wir haben in etwa die selben Probleme. Für eine komplette Mannschaft reicht es nicht, um gut durch die Saison zukommen", sagen sowohl FSV-Trainer Martin Klier als auch TSV-Coach Carsten Kleez. "Ende 2016 haben wir davon erfahren, dass die Rittersgrüner für die kommende Saison keine Mannschaft stellen können. Weil sie regelmäßige Teilnehmer unseres Zwölf-Stunden- Turniers gewesen sind, kannten wir uns bereits. Deshalb habe ich zum Telefonhörer gegriffen", erklärt Kleez. Am anderen Ende Martin Klier, der sich der Idee nicht abgeneigt zeigte. "Da wir erst einmal nicht mehr auf Bezirksebene antreten wollen, kam uns das Angebot von Burkhardtsdorf gelegen. Wir wollten unsere teils noch jungen Spieler nicht ins kalte Wasser werfen", so der 32-jährige Klier. Nach derzeitigem Stand streifen sich FSV-Akteure das Trikot des TSV über.

Am Ende der Saison 2015/16 waren die Rittersgrüner, die vor fünf Jahren den Aufstieg in die 2. Bezirksklasse geschafft hatten, sogar in die 1. Bezirksklasse aufgestiegen. In der vergangenen Spielzeit folgte jedoch mit 5:39 Punkten der Abstieg. "Vor allem aus familiären Gründen haben uns einige Spieler verlassen. Zum Meldeschluss hatten wir gerade einmal neun Leute auf dem Papier. Das reicht nicht", so Klier, der nun gemeinsam mit Kleez als Trainer fungieren wird.

Acht Mannschaften sollte die an diesem Wochenende startende Staffel in der Kreisliga Zwickau fassen. Durch den Rückzug des HC Glauchau/Meerane V steht aber der Achtplatzierte bereits fest. So bleiben den Burkhardtsdorf-Rittersgrünern jeweils sechs Spiele in Hin- und Rückrunde. Erzgebirgsderbys stehen gegen die verjüngte Zweite des Zwönitzer HSV und Borstendorf an.

Gegen den SV Muldental Wilkau-Haßlau beginnt morgen die Saison. "Aus dem Bauchgefühl heraus dürfte Platz 3 wieder möglich sein", so Kleez, dessen Team in der vorigen Saison selbigen Rang belegt hatte, punktgleich mit den Teams aus Wilkau-Haßlau und Crossen. "Für uns und Rittersgrün ist es wichtig, dass es erst einmal weitergeht. Wir erhoffen uns ein Jahr Puffer, um Spieler aus der jetzigen B-Jugend hochziehen zu können", sagt der 35-jährige Kleez. Klier stimmt ein: "Wichtig ist, die Jungs weiter voranzubringen."

Der Entfernung Tribut zollen müssen beide Seiten trotzdem. Gemeinsam trainiert wird zweimal im Monat, zusätzlich zu den Punktspielen. Ansonsten läuft eigenständiges Training in den Hallen in Burkhardtsdorf und Breitenbrunn. Heimspielstätte ist die Eurofoam-Arena des TSV, im Pokalwettbewerb soll in Breitenbrunn gespielt werden.

© Freie Presse - Stollberger Zeitung - 30. August 2017


Nr. 4


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